Der m² MedienMittwoch findet kontinuierlich am zweiten Mittwoch jeden Monats an wechselnden Orten im Rhein-Main-Gebiet statt.
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08. November 2006 | 19:00 Uhr
Für Deutschland wird im B2C E-Commerce ein Umsatz von rund 16 Mrd. Euro prognostiziert, zwischen 25 und 30 Mio. Menschen werden online Produkte kaufen.
Gleichzeitig erzeugt das schnelle Wachstum der Breitbandanschlüsse ein verändertes Nutzungsverhalten im Internet. Die nächste Generation von Webanbietern und ihre Online-Communities stehen aktuell im Mittelpunkt des Interesses.
Die Podiumsdiskussion soll erläutern, welche Auswirkungen das Web 2.0 auf die Weiterentwicklung von Online-Geschäftsmodellen und Online-Shops hat, ob und wie sich Social Commerce und E-Commerce verbinden lassen.
Das weltweite Netz wirkt immer stärker auf die strategische Ausrichtung vieler Unternehmen. Längst ist das Internet der Rolle als begrenzte Informationsplattform und Experimentierfeld zur Markenbildung entwachsen. Heute geht es darum, Geld im Internet zu verdienen. E-Commerce beinhaltet dabei nicht nur den Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet, sondern erfordert heute die weitreichende Integration von Geschäftsprozessen in diese Form der digitalen Wertschöpfung. Es ist dies die nächste große Herausforderung, der sich Unternehmen stellen müssen, die mittel- und langfristig erfolgreich sein wollen. Und während die großen Player im Hintergrund schon längst bei neuen Themen wie M- und T-Commerce angekommen sind, wird es für kleinere und mittelständische Unternehmen Zeit zu erkennen, dass der Online-Handel kein Nischenthema mehr ist, sondern angesichts steigender Nutzung und Online-Umsätze alternativlos ist.
Bekannte Luxusmarken wie etwa unlängst Dior haben ihre anfängliche Scheu vor dem Web verloren, und drängen nun mit Macht und Marke ins Internet und präsentieren sich dort einem breiten Publikum. Andere Luxusgüter sind inzwischen über ihre Reseller in den Preissuchmaschinen und Auktionsplattformen vertreten – auf kurz oder lang wird es diese Produkte aber auch direkt beim Hersteller geben. Geiz ist geil, aber eben längst nicht alles. Längst haben die Online-Käufer neben einem ausgeprägten Preisbewusstsein auch ein Gespür für die feinen Unterschiede zwischen den Shops entwickelt. Hier sind die großen Marken und die bewährten, traditionellen Händler klar im Vorteil. Der Online User setzt Vertrauen in das Medium Internet und konsumiert. Nun sind die Online-Händler aufgefordert, entsprechende Qualität, Mehrwerte und überzeugende Serviceleistungen anzubieten.
Gleichzeitig werden die E-Commerce Systeme durch die erweiterten Anforderungen der Betreiber und das ausufernde Potential, dass durch die Netzeffekte entsteht, immer komplexer. Für viele Online-Händler stellt sich die alte Frage: Make or buy. Wo früher eigenentwickelte Lösungen der Konkurrenz einen Schritt voraus waren, bieten heute standardisierte Lösungen einen sehr hohen Vernetzungsgrad, der aus eigener Kraft kaum oder nur erheblichen personellen und finanzielle Aufwänden zu schaffen ist. Prozessintegration ist das Gebot der Stunde! Längst existieren am Markt Lösungen, die den Händler in die Lage versetzen sich ausschliesslich um sein Geschäft zu kümmern. Alles ist da: Vermarktungstools, Affiliate Programme, Preissuchmaschinen, Zahlsysteme, Kommissionierung, Logistik – heute lässt sich der gesamte Prozess über eine einzige Softwarelösung abwickeln. Damit hat der Online-Handel eine neue Stufe erreicht. Zielgruppenansprache, Regionalisierung, Sonderaktionen – die Online-Händler von heute konzentrieren sich auf das Wesentliche: ihr Geschäft. Technische Schwierigkeiten sind weitestgehend überwunden – nun gilt es, das bestehende Netz optimal zu nutzen.
Und doch steht die technologische Entwicklung nicht still: Produktvisualisierungen werden dreidimensional, aufwändig hergestellt, schon zeichnen sich neue Vertriebswege über mobile Engeräte oder auch das interaktive Fernsehen ab. Alles vernetzt sich, alles und jeder kommuniziert miteinander. M- und T-Commerce verbreitern die Potentiale und liefern neue Kontaktpunkte zu den Kunden. Und auch dieser hat sein Bild gewandelt: Konsumenten sind längst auch Produzenten – Web 2.0 macht's möglich. Jeder kann ohne Aufwand Inhalte generieren, Meinungen verbreiten, Marken machen und Marken zerstören. Der Shop, der Markt, der Betreiber, der Konsument, der Produktdesigner, der Vertriebsleiter, das Logo, das Leistungsversprechen, der Preis, der Lieferant - alles Teil eines großen Ganzen. Jeder kann partizipieren – ohne allzu großen Aufwand. Das bietet ungeahnte Möglichkeiten. Die klassische Marktmacht ist passé, der kleine Shop von heute kann binnen kurzer Zeit zum Marktführer werden. Der Handel hat sich demokratisiert. Und immer gilt: Der Kauf ist nur einen Klick entfernt!
Der MedienMittwoch fragt: Was sind die Trends im E-Commerce? Wie beeinflussen die speziellen Netzeffekte und die Kommunikationsrealität im Internet die Unternehmensstrategie, welche neuen Wege werden beschritten. Wie bereiten sich die Infrastrukturprovider wie z.B. die Shopsystemanbieter auf den Wandel im Absatzmarkt vor, welche traditionellen Abläufe verwandeln sich wie?