Der m² MedienMittwoch findet kontinuierlich am zweiten Mittwoch jeden Monats an wechselnden Orten im Rhein-Main-Gebiet statt.
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08. Dezember 2004 | 19:00 Uhr
Malcolm McLaren ist der raffinierteste Verkäufer der Gegenwart, kaum einer inszeniert Produkte so authentisch wie McLaren die Produkte McLarens. Er ist der Erfinder des Punk und das Mastermind hinter den Sexpistols und Adam Ant. Heute produziert er mit den Kindern von Arri und Commodore Chip-Music – für ihn Authentizität im Zeitalter gesichtsloser Musik. Musik, so McLaren, habe viel von ihrer Mystik verloren, seit der Künstler hinter dem Werk unbekannt und die Musik gesichtslos geworden sei. "Wir leben in einer Welt der Zweitverwertung, die ohne jeglichen Standpunkt auskommt, in der hohe und niedrige kulturelle Standards miteinander verschmelzen. Es geht nur noch um Product Placement, Marketing, Verkaufen. Alles wird zum käuflichen Produkt." Die Kultur selbst sei festgefahren, sie stagniere und sei auch nur noch Produkt. "Deswegen kann es keinen Underground, keine Avantgarde mehr geben. In dieser Situation hast Du nur noch die Möglichkeit, dich hinzustellen und zu sagen »Ich bin nicht käuflich!«"
Dass diese Position der Authentizität Erfolg befördern kann, haben McLaren und Vivienne Westwood in den siebziger Jahren mit ihrem Londoner Laden gezeigt: "Jeder, der in den Laden reinkam, merkte, ‚Dies ist ein magischer Ort‘. Es war kein Shop. Es war überhaupt nicht darauf angelegt, dir etwas verkaufen zu wollen. Nein, ganz im Gegenteil: Es ging grade darum, nichts zu verkaufen. Sobald der Laden Erfolg hatte, habe ich ihn geschlossen."
Wie fällt nach 25 Jahren McLarens Analyse der Videokunst bezüglich Werbung, Musikvideos, Kunstvideos aus? Welche Ausblicke ergeben sich aus dem Stand der Dinge? Welche Möglichkeiten bietet das Medium Künstlern? Wo gibt es den von David Bowie in der Zukunft verorteten völlig neuen Künstlertyp an der Schnittstelle von Musik und Video? Wie sehen McLarens Erwartungen bezüglich der künstlerischen Umsetzungen aus? Wie wird die Videokunst die Kultur weiter verändern? Wie muß die von McLaren erhoffte neue Philosophie aussehen, die den Menschen die Fähigkeit zurückgibt, "zu träumen, unmögliches zu leisten, subversiv zu sein"?
Über diese und andere Fragen wird Hermann Vaske mit Malcolm McLaren sprechen. Zum Diskurs werden Beispiele aus der Videokunst gehören. Das Gespräch wird auf Englisch geführt.
Zeitgleich findet im Museum für Kommunikation die Ausstellung VIDEO - 25 Jahre Videoästhetik statt.