Presseclipping
14.11.2003 | Frankfurter Rundschau
Ideen mit Herz für die Region
Eine neue Bürgerinitiative will das blasse Image des Rhein-Main-Gebietes verbessern
Selbstbefinden und Ansehen des Rhein-Main-Gebiets waren Thema des Medienmittwochs. Was sie hörten, machte auf viele Besucher Eindruck. Sie möchten künftig Außendarstellung und Gemeinschaftsgefühl verbessern.
Frankfurt, 13. November. Als käufliches Produkt hätten Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet einen schweren Stand. Echte Kenner würden trotz vorhandener Mängel aus Überzeugung zugreifen, die breite Masse ließe sich vom blassen Image abschrecken. Bei der Podiumsdiskussion "Das Bild einer Region" in der Reihe Medienmittwoch waren sich die Teilnehmer in ihrer Produktanalyse weitgehend einig: Das Potenzial ist groß, aber Politik, Wirtschaft und Kultur müssen noch einiges tun, um es auszuschöpfen. Mithelfen soll dabei eine Bürgerinitiative, die sich spontan gründete.
Die Anregung, auf viele Worte Taten folgen zu lassen, kam von Fred Irwin, dem Präsidenten der US-amerikanischen Handelskammer in Deutschland. Über 200 Zuhörer ließen sich nicht lange bitten und hinterließen ihre Visitenkarte. Die Betreuung der Bürgerinitiative liegt zunächt in den Händen der Wirtschaftsinitiative Metropolitana sowie des Medienmittwochs.
Als "emotionalen Kernpunkt unserer Frankfurt- und Rhein-Main-Kommunikation" bezeichnete Moderator Frank Winkler den Zusammenschluss. Gerade eine bessere Außendarstellung sowie ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl hatten sich die Diskussionsteilnehmer für die Region gewünscht. Mit bewusst wenig Rücksicht auf die Gefühle seiner Gastgeber hatte Michael Schirner, Professor für Grafik-Design aus Karlsruhe und Kommunikationsfachmann, sein persönliches Bild der Region beschrieben: "Diese Marke hat das schlechteste Image der Welt. Dieses Gebilde ist allen völlig egal."
Außer den Menschen im Rhein-Main-Gebiet. "Sie orientieren sich nicht an Stadtgrenzen, leben die Region und füllen sie aus", lobte Flughafen-Chef Wilhelm Bender. Bei aller individuellen Mobilität vermisst er allerdings ein gemeinsames öffentliches Regionalbewusstsein, wie es die Olympiabewerbung kurzfristig erzeugt habe. "Ideen, die die Menschen bei den Herzen packen", forderte auch Tigerpalast-Direktor Jonny Klinke. Er vergaß nicht zu erwähnen, dass der Griff nach den Herzen nicht nur auf kulturellem Gebiet allerdings Geld kostet und spielte diesen Ball der Wirtschaft zu. Den Kontrast zur gelobten Flexibilität der Bevölkerung lieferte die Bestandsaufnahme zum politischen Bild der Region. "Im momentanen Wettbewerb von halbgaren Vorschlägen entsteht nichts, was ganzheitlich ist", kritisierte Rolf Gnadl, Landrat des Wetteraukreises.
Er forderte eine Verwaltungsorganisation, "die steuert und bündelt, nicht separiert". Zu großen Hoffnungen gab seine Darstellung jedoch keinen Anlass, zu sehr sei das Bemühen um politische Einheit von Machtfragen überlagert. "Viele Amtsinhaber haben Angst, den momentanen Zustand verlassen zu müssen."
Wer mitmachen möchte, kann mit Joerg Weber Verbindung aufnehmen.
jw@weber-networking.de


